Die Psychosomatik befasst sich mit Krankheitsbildern, bei denen sich die psychische Verfassung eines Menschen auf seinen Körper auswirkt. Nicht selten können dabei Krankheitserscheinungen auf die Ursachen zurückgeführt werden, die ihnen zu Grunde liegen. Die Psychosomatik gibt es schon seit Jahrhunderten. Sie verfolgt verschiedene Ansätze und diese haben sich auch im Alltagswissen der Menschen niedergeschlagen.

Seele und körperliches Wohlbefinden hängen zusammen

Wer über lange Zeit Probleme mit sich umherträgt, dem können diese „auf den Magen schlagen“. Das Wissen, das in diesem Sprichwort bewahrt ist, lässt sich dabei durchaus auch schulmedizinisch beweisen. Wie man aus der Medizin weiß, wirkt sich die Ausschüttung von Adrenalin im Falle von Angst mittelbar auf den Magen-Darm-Trakt des menschlichen Körpers aus: Durch die Ausschüttung von Adrenalin wird das Nervensystem und unter anderem die Tätigkeit des Darms gehemmt. Ein gut funktionierender Darm wiederum ist eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Immunsystem des Körpers. Auf diese Weise können anhaltende Probleme mit Angst förmlich auf den Magen schlagen und zu Krankheitssymptomen führen. Aber auch viele andere Erkrankungen können ihren Hintergrund in der Psyche des Menschen haben. Klassische Beispiele hierfür sind etwa Kopf- oder Rückenschmerzen. Eine schlechte Körperhaltung kann sich so dauerhaft in einer unangenehmen Haltung niederschlagen. Aber auch Geräusche im Ohr sind nicht selten ein Ergebnis lang anhaltender Stresssituationen oder unbewältigter seelischer Konflikte im Inneren des Menschen.

Wie die Psychologie die Psychosomatik erklärt

Was den Zusammenhang der körperlichen Erkrankung und der psychischen Verfassung betrifft, haben verschiedene psychologische Ansätze unterschiedliche Modelle zur Erklärung entwickelt. Dass ein gesunder Geist auch eine Gesundung des Körpers bestärke, findet sich als Hinweis in einer Vielzahl alter Kulturüberlieferungen. Auch im Alten Testament finden sich bereits Hinweise auf diesen Zusammenhang von Körper und Seele. In der Tiefenpsychologie des frühen 20. Jahrhunderts wird schließlich ausdrücklich auf eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen hingewiesen. In Ansätzen, die der Psychoanalyse folgen, wird schließlich ebenfalls von einem harten Zusammenhang ausgegangen. Hierbei wird darauf verwiesen, dass unbearbeitete psychische Probleme sich auf lange Zeit hin notwendig einen körperlichen Ausdruck suchen. Psychische Konflikte müssen demnach bearbeitet werden, um manches Krankheitssymptom bei seinen Ursachen zu bekämpfen. Auf der anderen Seite geht auch die neurobiologische Medizin von einem Zusammenhang zwischen Psyche und körperlichem Wohlbefinden aus. Hierbei wird insbesondere das Nervensystem des Menschen als wichtige Basis für die körperliche Verfassung in den Blick genommen. Wer an Problemen laboriert oder lang anhaltendem Stress ausgesetzt ist, dessen nervliche Belastung wirkt sich auch auf seinen Körper aus.

Ansätze für eine gezielte Gesundung von Leib und Seele

Ansatzmöglichkeiten für eine Gesundung des Menschen aus psychosomatischer Sicht gibt es dabei ganz unterschiedliche. Es gibt eben ganz unterschiedliche Momente im menschlichen Leben, die für eine gesunde Seele und ein Leben mit Freude wichtig sind. Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist die Schlafhygiene. Wer für einen gesunden Schlaf sorgt, stärkt die Erholung und Reproduktionsfähigkeit des menschlichen Körpers. Auch eine gesunde Ernährung kann sich positiv auf einen Menschen auswirken. Essen, die gesund und gut, abwechslungsreich und nahrhaft ist, setzt am körperlichen und psychischen Wohlbefinden an. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Bewegung. Wer seinen Körper regelmäßig bewegt und dies auf eine Art und Weise tut, die Freude bereitet, stärkt Körper und Seele gleichermaßen. Dabei muss es sich keineswegs um ausgewiesenen Leistungssport handeln. Bereits geringe aber regelmäßig betriebene Bewegung, die Spaß macht, lohnt sich auf lange Zeit. Auch Entspannungsübungen, die gezielt zur Alltagsroutine entwickelt werden, greift die heutige Medizin in vielen Bereichen auf. Yoga und andere Übungen stärken die Psyche des Menschen und geben den Nutzern Stärke und Kraft. In den Ansätzen, die heute verfolgt werden, werden diese verschiedenen Bereiche in den Blick genommen und zugleich der Mensch in seiner Gesamtheit betrachtet. Wer sich von der medizinischen Behandlung voll wahrgenommen fühlt, kann auch an inneren Belastungen offen arbeiten. Das Ziel ist hierbei die Bewältigung von Problemlagen im Besonderen und die Erarbeitung einer grundlegenden menschlichen Gelassenheit im Allgemeinen. Wer sein Leben gelassen und konzentriert in die Hand nimmt und aus einer gesunden Lebensweise tagtäglich einen wichtigen Halt zieht, setzt damit eine wichtige Grundlage für die persönliche Souveränität.

Den Menschen und seine Umstände berücksichtigen

Eine Psychologie, die auf Psychosomatik basiert, erkundigt sich immer nach den gesamten Lebensumstünden eines Menschen. Auf diese Weise nimmt sie nicht nur den Körper oder einzelne Symptome in den Blick. Sie fragt nach dem gesamten Leben, das ein Mensch führt. Einen Menschen zu verstehen, bedeutet immer auch die Situation zu verstehen, in der sich ein Mensch bewegt. Ist die Ursache erkannt, kann sie bearbeitet und bewältigt werden. Mit einer allgemeinen Umstellung der Lebensweise wird zudem eine ganzheitliche und gesunde Art zu Leben angestrebt. Auf diese Weise wird die Psyche des Menschen positiv bestärkt. Auf eine Art und Weise, die Freude bereitet, erhält der Mensch die Möglichkeit, sein Leben bewusst in die eigene Hand zu nehmen. In der Art und Weise dieser Behandlung stimmt der Ansatz Körper und Geist gleichermaßen zu behandeln in der Behandlung überein, wie sie beispielsweise auch in der fernöstlichen Medizin gängig ist. In der Ayurveda-Medizin wird etwa ebenfalls auf eine Behandlung abgezielt, welche die gesamte Lebensweise eines Menschen zu einer gesunden Verhaltensweise ändern soll. Ein allgemeines Rezept für alle gibt es dabei nicht. Vielmehr wird auch die individuelle und besondere Charakteristik einer Person berücksichtigt und eingeplant. Nach Indien, aus dem Ayurveda kommt, muss man für eine solche Verfahrensweise aber nicht erst fahren. Auch die sogenannte Säftelehre und Diätetik aus der europäischen Antike ordnete Menschen verfuhr ähnlich. Sie ordnete Menschen gezielt nach ihrem Charakter ein, um sie in Abstimmung auf diesen behandeln zu können.