Der Kopf schmerzt, die Ohren dröhnen und der Magen krampft sich schmerzhaft zusammen. Schmerzen können in den unterschiedlichsten Arten, Formen und Intensitätsgraden auftreten. Wer Schmerzen hat, der wird einen Arzt aufsuchen, um zu erfahren, welche Ursachen seine Symptome haben. Doch was, wenn sich keine körperliche Ursachen für den belastenden Schmerz finden lassen? In diesem Fall kann es sich um psychosomatische Schmerzen handeln, also körperliche Beschwerden, die auf seelische Ursachen zurückzuführen sind.

Was sind psychosomatische Schmerzen?

Im Allgemeinen werden unter psychosomatischen Erkrankungen solche körperlichen Beschwerden verstanden, die durch psychische Faktoren hervorgerufen werden. Bei psychosomatischen Schmerzen handelt es sich demgemäß um körperliche Schmerzen, die nicht eindeutig auf organische Störungen zurückzuführen sind.

Ursachen

Zu den Ursachen psychosomatischer Schmerzen gibt es verschiedene Theorien, doch ihnen allen ist gemein, dass sie den Körper als Einheit verstehen und die psychosomatischen Schmerzen von verschiedenen Ursachen und Faktoren beeinflusst sehen. Schon seit tausenden von Jahren ist bekannt, dass Psyche und Körper eng miteinander verzahnt sind. Nicht umsonst gibt es Redewendungen wie „etwas schlägt mir auf den Magen“ oder „es geht mir an die Nieren“. Angst, Stress, Trauer oder ungelöste Konflikte können dazu führen, dass sich auf der körperlichen Ebene Schmerzen manifestieren. Psychosomatische Schmerzen können manifestierte Stressreaktionen des Körpers aufgrund von ungelösten Problemen sein. Moderne Theorien zur Entstehung von psychosomatischen Beschwerden, also auch Schmerzen, betrachten sowohl biologische, als auch emotionale Komponenten, sowie die Lebensumstände des Einzelnen bei der Entstehung von psychosomatischen Schmerzen.

Diagnose

Wer unter Schmerzen leidet, egal ob Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen, wird in der Regel einen Arzt aufsuchen. Dieser wird dann die üblichen Diagnoseverfahren anwenden, um der Ursache für die Schmerzen auf den Grund zu gehen. Bleiben diese körperlichen Untersuchungen ohne Ergebnis, werden auch psychische Faktoren und der Allgemeinzustand des Patienten in die Diagnose mit einbezogen. Besonders lang anhaltende Stress- und Angstzustände können dafür sorgen, dass der Körper mit psychosomatischen Schmerzen reagiert. Die Diagnose von psychosomatischen Beschwerden muss also ganzheitlich erfolgen und auch die Lebenssituation der Patienten berücksichtigen.

Behandlung

Neben der Behandlung der körperlichen Symptome, muss bei psychosomatischen Schmerzen vor allem eine seelische Entlastung stattfinden. Diese kann in Form von Gesprächstherapien, Sport, Yoga oder Meditation hergestellt werden. Damit die psychosomatischen Schmerzen sich nicht zu chronischen Schmerzen entwickeln, müssen die Probleme, die den seelischen Spannungszuständen zugrunde liegen, angegangen werden. Sei es eine ungesunde Beziehung, ein traumatisches Erlebnis in der Vergangenheit oder ein Arbeitsplatz, der einen unglücklich macht. Durch die körperlichen Symptome möchte die Seele zeigen, dass es ihr schlecht geht und sie Hilfe braucht.

Um Stress und Ärger im Alltag grundsätzlich vorzubeugen, helfen gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und sich ab und an mal Zeit für sich selbst zu nehmen. Auszeiten sind wichtig, um Körper und Geist Zeit zur Regeneration zu geben. Bei psychosomatischen Schmerzen ist es außerdem sinnvoll, sich mit ganzheitlichen Medizinansätzen zu beschäftigen. Ein Naturheilkundler, ein Homöopath oder andere ganzheitliche Mediziner können bei der Heilung von Körper und Geist helfen.

Welche psychosomatischen Schmerzen gibt es?

Zu den häufigsten psychosomatischen Beschwerden zählen Kopfschmerzen bzw. Migräne, Magenschmerzen oder Gastritis, Rückenschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen oder Verdauungsprobleme. Bis auf die Schlafstörungen können all diese Beschwerdebilder Schmerzen verursachen, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen können.

Zudem werden akute Schmerzen, chronische Schmerzen und somatoforme Schmerzen unterschieden. Akute Schmerzen weisen ganz konkret auf ein aktuelles Problem des Körpers hin und verfolgen somit eine Schutzfunktion.

Chronische Schmerzen, also Schmerzen die über Monate hinweg andauern, betreffen rund 15 Prozent der Bevölkerung. Die Ursachen, die zu chronischen Schmerzen führen sind sehr komplex und auf unterschiedlichste Ursachen zurückzuführen. Somatoforme Störungen bzw. Schmerzen sind solche, die man nicht konkret auf ein körperliches Problem zurückführen kann. Alle drei Formen von Schmerzen können auf unverarbeitete seelische Probleme zurückzuführen sein.