hallo julchen,
und willkommen bei uns :)
den verdacht zu haben, schon eine längere zeit eine depression zu haben, ist auf alle fälle ein guter grund, dich an jemanden zu wenden !
das kann zb deine hausärztin sein (die bisherige oder eine neue), ein psychiater oder eine psychologische beratungsstelle.
facharzt für depressionen ist der psychiater. er kann zb auch abklären, ob es einen organischen grund hat.
je nach hausarzt kann einem auch der hausarzt schon sehr gut weiterhelfen, aber hausärzte sind nun mal eher allgemeinmediziner und genauso wie ein orthopäde der spezialist für knochenbrüche ist, ist ein psychiater spezialist für 'seelenbrüche'.
eine psychologische beratungsstelle kann dich beraten, dir adressen geben, fragen klären und dich unterstützen, wenn du magst.
Zitat:
Angst, sich jemand Fremden oder dem Falschen anzuvertrauen...
scheint mir extrem ausgebildet zu sein bei dir.
hast du eine ahnung, weshalb ?
evtl schlechte erfahrungen gemacht ?
du scheinst dich schon unheimlich in dich zurückgezogen zu haben, daß du nicht mal mit deinem partner, deiner besten freundin oder deinen eltern darüber sprechen kannst.
was befürchtest du, wenn du es zb bei deiner besten freundin ansprichst ?
Zitat:
Meine Hausärztin ist meine ehemalige Chefin und daher nicht die richtige Person dafür denke ich.
teils verstehen kann, teils auch nicht. sie ist eine ganz normale ärztin und inzwischen nicht mehr deine chefin.
wie gut dein draht zu ihr ist, weiß ich nun nicht - allerdings würde ich dann ohnehin mal überdenken, was für einen sinn es macht, sie als deine hausärztin zu haben, wenn du dich nicht traust, hinzugehen, wenn du krank bist.
und depression ist eine krankheit.
Zitat:
Und zu einem fremden Arzt gehen? Bei jemand fremden erstmals hereinschneien und in den Raum stellen man hätte Depressionen??
warum nicht ?
alle menschen kommen irgendwann zum ersten mal zu einem für sie erstmal fremden arzt und haben ein anliegen, weil sie sich krank fühlen. das ist normal.
Zitat:
Ich fühle mich wahnsinnig alleine mit meinem Problem
kann ich verstehen. so wie du es beschreibst, bist du auch gerade ziemlich alleine damit - aber nicht, weil es keine hilfe gäbe, sondern weil du aus irgendwelchen dir wichtigen gründen solche angst hast, jemandem zu vertrauen und um hilfe zu bitten.
Zitat:
Wie machen es andere, die keinen "Arzt des Vertrauens" haben, was, wenn nicht meine Depression mich beeinträchtigt, sondern Lebensumstände meine Trauer, Wertlosigkeitsgefühle etc. hervorrufen?
das wäre nichts ungewöhnliches. sehr oft sind es die lebensumstände, die man zu lange aushält, nichts dagegen unternimmt und genau deswegen dann eine depression bekommt.
genauso kann es auch andersrum sein, daß eine depression einem das leben und führen von beziehungen, aufrecht erhalten von kontakten immer schwieriger macht.
was nun für dich zutrifft, mußt du gar nicht wissen, erstmal geht es nur darum, daß du hilfe bekommst und in behandlung kommst. dann kommt eins nach dem anderen.
wenn es dir schwer fällt, darüber zu sprechen, könntest du es zb auch wie hier machen : schreibe deine gedanken auf und gebe diese notizen dem arzt. manchen fällt das leichter.
wichtig finde ich aber vor allem, daß du überhaupt etwas unternimmst. depression ist meist am besten und schnellsten zu heilen, wenn man möglichst früh etwas unternimmt.
sich hilfe zu holen ist zwar anstrengend, kostet kraft, man hat viele zweifel und ausreden, daß es einem evtl doch nicht so schlecht geht, usw - im endeffekt wird es dadurch aber nicht besser. es wird meist nur immer schlimmer, raubt mehr kraft, so daß das hilfe holen immer schwieriger wird.
darum überwinde dich, geh zum arzt und mache dort deutlich, wie schlecht es dir geht. der arzt kann dir auch nur helfen, wenn du ihm erklärst, was los ist.
schon heute könntest du noch einen termin ausmachen für nächste woche - oder gleich hingehen :)
versuch es, julchen !
du kannst nichts dafür, wenn du krank bist.
viele grüße, yks